Es gibt vieles, was uns aus unserem Schlafrhythmus bringt

Schlafstörungen haben sich in den Industrieländern mittlerweile zu einer echten Volkskrankheit entwickelt. Etwa jeder zehnte Erwachsene leidet an chronischer Schlaflosigkeit (medizinisch: Insomnie), bei den über 65-jährigen sind es sogar 50 Prozent.

Doch was genau sind eigentlich Schlafstörungen? Welche Formen gibt es? Wer kann uns helfen, wenn wir unter Schlafstörungen leiden? Und was können wir vielleicht sogar selbst tun, um wieder schneller einzuschlafen, besser durchzuschlafen und erholter aufzuwachen?

Mediziner fassen unter dem Wort Schlafstörungen eine sehr große Gruppe von verschiedenartigen Krankheitsbildern zusammen, bei denen körperliche oder psychische Beeinträchtigungen zu Schlaflosigkeit führen. Darunter fallen zum Beispiel Schlaf-Apnoe, das Restless-Legs-Syndrom (RLS) sowie verschiedene Ein- und Durchschlafstörungen.

    Schlaflosigkeit kann ganz verschiedene Ursachen haben.

    Am häufigsten entstehen Schlafstörungen durch Probleme im beruflichen oder privaten Bereich. Weitere Faktoren, die uns aus unserem natürlichen Schlafrhythmus bringen, sind zum Beispiel:

    • Umwelteinflüsse wie Lärm, Licht, ein unbequemes Bett oder ein zu kaltes bzw. zu warmes Schlafzimmer.
    • Stress, Ängste und ungelöste Konflikte führen zu nächtlichem Grübeln und innerer Unruhe.
    • Körperliche Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege, der Nerven, des Muskel- und Skelett-Systems, Kopfschmerzen und Migräne oder Erkrankungen der Schilddrüse.
    • Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angst-störungen, Borderline-Syndrom, Schizophrenie oder Demenz.
    • Ein schwankender Hormonspiegel, etwa bei Frauen in den Wechseljahren oder einer Hormonersatztherapie.
    • Koffein, Medikamente und Alkohol, da wir durch die Einnahme bestimmter Substanzen schlechter einschlafen können und nachts häufiger aufwachen.
    • Schichtarbeit, Zeitumstellungen und Jetlag bringen unsere innere Uhr durcheinander.
    • Medienkonsum – vor allem Smartphones, Tablets und Fernseher halten unser Gehirn aufgrund ihres hohen Blaulichtanteils unnötig wach.

    Die Folgen von Schlafstörungen können gravierend sein:

    • Tagesmüdigkeit bis hin zur Erschöpfung, Konzentrationsmangel und ein nachlassendes Gedächtnis.
    • Betroffene sind schnell gereizt und fühlen sich überfordert.
    • Unbehandelt steigt das Risiko für Depressionen und andere psychische Erkrankungen. Diese wiederum können den Schlaf negativ beeinflussen – ein Teufelskreis.
    • Die Gefahr körperlicher Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) steigt und die Immunabwehr wird schwächer.

    Da Schlafstörungen leicht chronisch werden können, sollten sie grundsätzlich behandelt werden – durch Verhaltensänderung, mit Medikamenten und bei Bedarf auch mit ärztlicher Unterstützung. Eine gute Schlafhygiene kann ebenfalls helfen, Schlafstörungen zu beheben.

    Checkliste für eine gute Schlafhygiene:

    • Auf geregelte Schlafzeiten achten.

    • Nicht länger als nötig im Bett liegen bleiben, denn Schlafprobleme können durch zu langes Liegenbleiben verstärkt werden.

    • Generell nur bei Müdigkeit ins Bett gehen!

    • Das Schlafzimmer sollte ruhig, abgedunkelt und weder zu kalt noch zu warm sein (15 bis 18 Grad Celsius sind optimal).

    • Die Schlafumgebung angenehm und schlaffördernd gestalten (zum Beispiel durch beruhigende Farben oder Bilder).

    • Sich ein angenehmes „Zu-Bett-Geh-Ritual" überlegen – zum Beispiel die schönsten Momente des Tages noch einmal Revue passieren lassen.

    • Ab dem späten Nachmittag keinen Kaffee und schwarzen Tee mehr trinken, Alkohol spätestens drei Stunden vor dem Schlafengehen vermeiden.

    • Nach 19 Uhr nicht mehr rauchen – oder besser ganz auf Zigaretten verzichten.

    • Abends nicht zu schwer essen, sonst kann der Körper nicht entspannen, sondern ist zu sehr mit der Verdauung beschäftigt.

    • Abendliche Mediennutzung wegen dem hohen Blaulicht-Anteil in den Bildschirmen vermeiden.

    • Nachts kein helles Licht machen – dies kann die innere Uhr umstellen!

    Als medizinisch behandlungsbedürftig gilt eine Schlafstörung, die seit einem Monat oder länger besteht und bei der es mindestens dreimal pro Woche zu einer Ein- oder Durchschlafstörung gekommen ist. Menschen, die sich aufgrund einer Schlafstörung tagsüber häufig müde fühlen und über Leistungsabfall klagen, sollten immer mit einem Arzt über ihre Beschwerden sprechen.

    Frau in den Wechseljahren schläft

    Was haben Wechseljahre mit Schlafstörungen zu tun?

    Viele Frauen leiden während der Wechseljahre unter Schlafstörungen. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich, die Auswirkungen nahezu immer gleich.

    Schlafstörungen in den Wechseljahren

    Frau die nicht schlafen kann, weil sie innere Unruhe und Stress hat.

    Was hat Unruhe mit Schlafstörungen zu tun?

    In unruhigen Zeiten wie diesen ist es besonders schwierig, erholsam und gut zu schlafen. Umso wichtiger ist es deshalb, sich bei Schlafstörungen frühzeitig Hilfe zu suchen.

    Wieso Unruhe zu Schlafstörungen führt?